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27.07.2010 - 31.12.2010 Zeitungsbericht aus der Badischen Zeitung über des Fluglager mit den französischen Jugendlichen Das erhebende Gefühl von Leichtigkeit Jugendliche aus Colmar waren eine Woche lang beim "Breisgauverein für Segelflug" zu Gast.
KIRCHZARTEN. Der große Traum vom Fliegen: für rund 15 Jugendliche aus dem elsässischen Colmar ist er diese Woche Wirklichkeit geworden. Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren waren der Einladung des "Breisgauvereins für Segelflug" gefolgt und nach Kirchzarten gekommen, wo sie eine Woche lang mit Segelflugzeugen in den Himmel aufsteigen und den südbabdischen Raum bis zum Schwarzwald aus der Vogelperspektive erkunden durften.
Keine Frage, den Jugendlichen aus dem benachbarten Colmar gefällt das Fluglager sehr. Viele von ihnen waren schon im vorigen Jahr in Kirchzarten, für einige ist es aber auch das erste Mal. Die Erfahrung, die sie machen, ist dabei immer gleich: wo am Anfang vorsichtige Neugier ist, stellt sich bald große Begeisterung ein. "Das erste Mal ist sehr beeindruckend", erzählt Benjamin. "Beim Start ist das Flugzeug sehr schnell und wenn es aufsteigt, sieht man nur den Himmel." Einmal in der Luft wird es dann ganz ruhig. "Man hat ein Gefühl von Leichtigkeit", ergänzt Nicolas. Und bei gutem Wetter ist die Sicht auf rund 2500 Metern natürlich sehr gut. "Gestern konnte ich die Alpen sehen und die Rheinebene im Elsass überblicken", erzählt Benjamin. Ideale Thermik im Dreisamtal für den Segelflugsport
Albert Dürr vom "Breisgauverein für Segelflug" weiß, dass die Lage in Kirchzarten für Segelflugsport nahezu ideal ist. Mitten im Dreisamtal, an den Hängen des Schwarzwalds, ist die Thermik besonders gut für die Segelflieger, die Dank des Auftriebs mit einer Motorwinde auskommen und nicht auf motorisierte Schleppflugzeuge angewiesen sind.
Zum zweiten Mal richten die Kirchzarter Segelflieger ein einwöchiges Fluglager für die französischen Gäste aus. Einmal jährlich, immer zu den Sommerferien, wird von der Stadt Colmar ein umfangreiches Ferienprogramm auf die Beine gestellt, bei dem Schüler auch die Möglichkeit haben, zu fliegen. Untergebracht sind die Jugendlichen auf dem Campingplatz in Kirchzarten in unmittelbarer Nähe zum Fluggelände. Begleitet werden sie in diesem Jahr von drei Fluglehrern des Segelvereins in Colmar, die auch gleich zwei eigene Maschinen mitgebracht haben. Abwechselnd steigen die Jugendlichen mit einem Fluglehrer in eines der zweisitzigen Flugzeuge und lassen sich in die Luft ziehen.
Claude Dielenseger schätzt die ländliche Lage in Kirchzarten sehr. "Bei uns zu Hause haben wir nicht so viel grün", meint der Fluglehrer aus Colmar. "Wenn wir fliegen, schauen wir auf die Stadt. Hier sind viele Berge und Wälder." Bei guter Thermik gelingt dem Segelflieger schon mal ein größerer Parcours, dann geht die ungefähr zweistündige Reise über den Hirschsprung zu Titisee und Schluchsee, vorbei am Feldberg bis zum Kandel. "Das ist wie Sightseeing", scherzt Dielenseger. "Auf dem Rückflug gebe ich dann noch etwas Flugunterricht."
Für die Kirchzarter Segelflieger ist die Zusammenarbeit mit den französischen Nachbarn sehr wichtig. "Durch die Kooperation mit dem Segelflugverein in Colmar haben wir die Möglichkeit, in anderen und größeren Gebieten zu fliegen", erklärt Gerd Schütt, der Vorsitzende des "Breisgauvereins". Schließlich seien die Colmarer Segelflieger in einem Verbund mit Straßburg, Haguenau und Mulhouse, womit eine große Region der Vogesen beflogen werden könne.
Den französischen Segelflugbegeisterten reichte der Schwarzwald dagegen völlig aus. Die meisten von ihnen haben noch lange nicht genug und möchten auch nach dem Ende des diesjährigen Fluglagers wieder fliegen.
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